Programm der fünften Legislaturperiode (kommunal) 2009 bis 2014
für den Kreistag und alle Stadt- und Gemeinderäte
(erarbeitet und beschlossen in der Versammlung am 27.02.2009 in Salzwedel)
Allgemeines
Oberster Politikgrundsatz ist die Nachhaltigkeit.
Es sollen keine Entscheidungen um eines kurzfristigen Vorteils willen gefällt werden, deren Folgekosten politischer, sozialer, ökologischer und nicht zuletzt auch finanzieller Art unverhältnismäßig hoch sein werden.
Global
Wir setzen uns beständig ein für eine Bürgergesellschaft, gekennzeichnet durch Chancengleichheit, Menschenwürde, Toleranz und Gerechtigkeit.
1. Kommunal
Stadt und Umland sollen für alle Menschen lebenswert bleiben bzw. werden, d. h. insbesondere soll der Lebensunterhalt in der Region (durch Erwerbsarbeit) bestritten werden können – Ziel: Umkehrung der gegenwärtigen Situation des Wegzuges junger arbeitssuchender Leute.
Ferner müssen Bürger in den Entscheidungen von Politik und Verwaltung die Wahrung ihrer ureigenen Interessen erkennen.
2. Wichtige Einzelpunkte
Ein Gemeinwesen steht oder fällt durch sein Tun und Lassen im Umgang mit Schwächeren; auch mit Tieren, Pflanzen und Dingen.
In den nachfolgenden Punkten ergeben sich zum Teil Übereinstimmungen mit den Aussagen anderer politischer Parteien und Gruppierungen. Dies lässt uns hoffen, „die eine oder andere Kuh vom Eis zu kriegen“ – im Interesse und zum Nutzen aller unserer Bürger.
2.1. Umwelt/Verkehr
keine Zersiedlung bei neuer Wohnbebauung
wirksamer Hochwasserschutz
keine neue Südumfahrung für Salzwedel (keine B 190n); stattdessen, wo erforderlich, Straßenausbau und Ortsumgehungen im Verlauf der bestehenden Fernstraßen; Unterstützung der BI „Westliche Altmark“
Einwirkung auf übergeordnete Gremien der politischen Willensbildung zum Umsteuern bei der gegenwärtigen, überaus belastenden und daher verhängnisvollen, Verkehrspolitik
Stärkung des ÖPNV
fahrradfreundliche Ausgestaltung von Stadt und Kreis
2.2. Ökologie
Bewahrung des verbliebenen Großgrüns in Salzwedel und anderswo – Unterstützung der Anliegen der BI „pro Baum“, z. B. Unterschutzstellung der Platanenalle in Salzwedel
Schaffung und Besetzung der Stelle einer/eines Beauftragten für Bäume, Gehölze und Landschaftsge-staltung; die Erfahrung zeigt, solch eine Stelle macht sich durchaus bezahlt: den Kosten für diese Stelle stehen andererseits beträchtliche Einsparungen durch Verzicht auf unsinnige „Pflegemaßnahmen“ gegenüber
endlich Transparenz und Einvernehmen mit den interessierten Bürgern im Vorfeld von Baumfällungen sowie von Baum- und Landschaftspflegearbeiten; gleich den übrigen Politikfeldern wie z. B. Straßenbau soll die Planung bevorstehender Arbeiten in den nächsten 6, besser noch, 12 Monaten öffentlich bekannt gemacht werden
gesunde Lebensmittel aus der Region – gentechnikfreie Zone! – Unterstützung der Bio-Landwirte
2.3. Landwirtschaft
- keine Massentierhaltung im Kreis – Unterstützung entsprechender BI-Anliegen
- Erhalt bäuerlicher Landwirtschaftsbetriebe, z. B. Milch, nachwachsende Rohstoffe, etc.
- Schaffung regionaler Kreisläufe von Erzeugung bis Vermarktung
2.4. Energie
Aufstellen einer komplexen Ökobilanz für Vorhaben der Energieerzeugung und in-Rechnung-stellen aller
Faktoren, einschl. Transportaufwendungen, Beschädigung von Moorkörpern .. etc.
Entscheidung, beispielsweise für das Errichten für ein neues MHKW, erst nach Würdigung
der (vorstehend genannten) ökologischen und auch der wirtschaftlichen Fragen
umfassende Förderung von Projekten (wirklich) erneuerbaren Energiegewinnung, z. B. Windenergie-standorte
CO2-Verpressung nicht akzeptabel wegen bisher völlig ungeklärter Kurz- und Langzeitrisiken für die Region; darüberhinaus keine Türöffnerfunktion für massive Investitionen in neue Kohle-Großkraftwerke durch die Stromkonzerne
2.5. Soziales
Unterstützung für alle hilfsbedürftigen Menschen und Menschen in jeglicher Notsituation
Unterstützung von Kinder- und Freizeiteinrichtungen
Jugendarbeit – Streatworker – Jugendprojekte – Jugendliche in die Stadt integrieren
Gebühren und Abgaben sozialverträglich (z. B. nicht in Jahreszahlungen) erheben
Sozialpädagogenstellen an den Schulen (ab Klasse 5) einrichten, verstetigen und zu einer dauerhaften Einrichtung machen
Bildung
Krippen und Kindergärten als Teil der Bildung (von „Aufbewahrungsstätten“ zu Bildungsstätten)
Ziel: hohes Niveau von Bildung und Erziehung
plurale Schullandschaft
Gestaltung der Einzugsbereiche unter Erhalt der Landschulen; Ausnutzung aller Möglichkeiten mit den neuen Mindestschülerzahlen
Karl-Marx-Schule in Gardelegen: nachdrückliche Unterstützung eines schlüssigen pädagogischen Konzeptes und des Neu-Antrages von Mitteln aus dem Schulbauförderprogramm; schnellstmögliche Umsetzung des Bauvorhabens
Optimierung des Schülertransportes (kurze Wege)
(bezahlbare) Ganztagsbetreuung, als Angebot
Lehrstellenangebot in der Region erhalten und ausbauen; Betriebe bei Verbundausbildung unterstützen
Unterstützungsprojekte für schwächere Schulabgänger und Schulabbrecher
2.7. Kultur
Erhaltung von Bibliothek und Bücherbus
Museen, Gedenkstätten
Unterstützung einer lebendigen und bunten Kulturszene
Theaterveranstaltungen
Stipendiatenhaus
Prüfung (nach allen Seiten), ob Landesgartenschau in Stadt und Kreis Salzwedel praktikabel ist; wenn ja, unverzügliche Bewerbung zum nächstmöglichen Termin
Unterstützung der Aktion offene Gärten
2.8. Wirtschaftsförderung
Einrichtung einer eigenständigen Stabstelle Wirtschaft; Unterstützung der neuen Bürgermeisterin dies umzusetzen und damit eine deutliche Akzentverschiebung gegenüber dem Vorgehen des bisherigen Bürgermeisters
nachhaltige Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe
2.9. Städtebau
Beseitigung weiterer innerstädtischer Problem-Flächen, z. B. Grundstück und Gebäude des ehemaligen Lyzeums: Erwerb durch die öffentliche Hand, Sanierung, Nutzung nach tragfähigem und dauerhaftem Konzept
Insgesamt: Innenstadtbelebung
vergl. Punkt 1.
2.10. Tourismus
die wirtschaftlichen Potentiale des Tourismus entwickeln und nutzen
Unterstützung: „Die Bahn bleibt“
Unterstützung: „Dampflokfreunde Salzwedel e. V.“
Erschließung und Bewerbung der Potentiale des „Grünen Bandes“
Altmark als Touristenmagnet und nicht als industrielle Abfallhalde (CO2-Verpressung)
Förderung des Fahrradtourismus






